Tatort: Alteburgstraße Abzweigung Eichendorffstraße Fahrtrichtung stadtauswärts:

Ich halte an, um Gegenverkehr links in die Eichendorffstraße abbiegen zu lassen. Hinter mir heftiges Hupen. Ich hatte von der Eichendorffstraße Richtung stadtauswärts eine Lücke von vielleicht 20 m, also 4 Fahrzeuglängen, gelassen. Nach vorne hin zur baldigen Ampel war, wie in solchen Situationen immer, ein Rückstau. Dies alles ist bestens erkennbar, trotzdem, es gibt Zeitgenossen, die es stört, wenn man bei Zeiten dem abbiegenden Gegenverkehr die Chance des Linksabbiegens gibt und 20 m „verschenkt“. Bei ähnlichen Situationen hat ein Wochenblattleser kürzlich berichtet, der auch schon bei sinnloser Huperei, wenn die Gelegenheit war, denjenigen angesprochen hat, der gehupt hat. Aggressives Unverständnis war die Antwort.

Wann überhaupt Warnzeichen gegeben werden dürfen, ist in § 16 StVO Abs. 1 geregelt:

„Schall- und Leuchtzeichen darf nur geben,

1. wer außerhalb geschlossener Ortschaft überholt (§ 5 Abs. 5) oder
2. wer sich oder andere gefährdet sieht.“

Diese Begrenzung hat einen guten Grund, denn unsinniges Hupen ist nicht nur eine Lärmbelästigung für die Umwelt, sondern sie irritiert auch sehr leicht. Man weiß dies eigentlich aus eigener Erfahrung, wenn irgendwo gehupt wird, dann fragt man sich immer selbst, ob man irgendetwas falsch gemacht hat. Hupen trägt immer, auch wenn es berechtigt ist, zur Verwirrung anderer Verkehrsteilnehmer bei. Nach der gesetzlichen Regelung sind also Warnzeichen im Wesentlichen nur erlaubt, um Gefährdungssituationen zu entschärfen. Ein gängiges Beispiel: Jemand fährt rückwärts und sieht einen nicht, wenn es dann gelingt, zu hupen, kann dies einen Unfall vermeiden. Oder: Jemand will einen Fahrspurwechsel machen, man ist aber schon viel zu nah an dem Fahrzeug dran, welches hinüberwechseln will und warnt mit Hupen. In der Rechtsprechung ist belästigendes, bedrängendes Hupen allein bisher nicht als Nötigung, also einer Norm aus dem Strafgesetzbuch, angesehen worden, bedrängendes Hupen in Verbindung mit dichtem Auffahren oder Lichtzeichen allerdings sehr wohl.

Die sinnlose Huperei hat meistens damit etwas zu tun, dass es jemand einfach nicht schnell genug geht. Dass durch diesen Erziehungsversuch von anderen Verkehrsteilnehmern irgendetwas tatsächlich besser und schneller wird, kann mit Sicherheit nicht festgestellt werden. Also ist das Hupen nur Ausdruck einer Verärgerung über andere Verkehrsteilnehmer, die nicht ganz so fahren, wie man das gerne hätte. Hier fehlt es dann schlicht und einfach an sozialem Verhalten, denn nicht jeder kann so ein schneller und guter Autofahrer sein wie mancher Huper.