Herr Kollege Dr. Sven Hufnagel hat in der NJW 2014, Seite 3265, einen Artikel über den Handyverstoß im Straßenverkehr veröffentlicht, von dem einige Aspekte es wert sind, hier kurz dargestellt zu werden. 

Zunächst weist Herr Kollege Dr. Hufnagel darauf hin, dass das seit 13 Jahren bestehende Handy-Verbot am Steuer trotz Bußgeld und einem Punkt, den man erhält, viele Verkehrsteilnehmer gar nicht zu interessieren scheint. Es ist festzustellen, dass eher in zunehmendem Maße das Handy genutzt wird. Hierzu beigetragen hat möglicherweise die rasante technische Entwicklung. Heutzutage werden Smartphones nicht nur zum einfachen Telefonieren wie früher die Handys benutzt, sondern es werden über SMS, Facebook, WhatsApp, usw., wichtige und unwichtige Nachrichten ausgetauscht. Dabei ist das Benutzen eines Handys während der Fahrt alles andere als ungefährlich: 

„Der Sinn und Zweck der Verbotsvorschrift, nämlich die Sicherheit des Straßenverkehrs im Allgemeininteresse, scheint gerade den jungen Verkehrsteilnehmern nicht richtig klar zu sein. Dabei ist erwiesen, dass es zunehmend zu Unfallereignissen auch mit schwersten Verletzungsfolgen kommt, weil einer der Beteiligten unmittelbar vor dem Aufprall auf sein Handy schaute. Längst sind deswegen die polizeilichen Unfalldienste dazu übergegangen, zumindest bei gravierenden Unfallfolgen die Mobiltelefone der Beteiligten sicherzustellen und im Hinblick auf etwaige Aktivitäten unmittelbar vor dem Unfall auswerten zu lassen. Bei reinen Blechschäden hingegen wird ohne konkrete Anhaltspunkte beispielsweise auf Grund belastender Zeugenaussagen von derartigen Maßnahmen in der Regel abgesehen, so dass die Unfallursächlichkeit einer Telefonnutzung am Steuer mit einer ganz erheblichen Dunkelziffer versehen sein dürfte.“ 

Unterschätzt wird von den Handynutzern am Steuer aber auch die Gefahr von Führerscheinmaßnahmen (Fahrverbot und Entzug der Fahrerlaubnis). Während früher erst bei 18 Punkten zwingend ein Entzug der Fahrerlaubnis vorgesehen war, ist dies bereits jetzt bei 8 Punkten der Fall, also rein rechnerisch bei 8 statt 18 Verstößen. Tatsächlich sieht das Problem aber etwas anders aus. Es gibt nämlich den Begriff der beharrlichen Pflichtverletzungen. Dieser Begriff findet dann Anwendung, wenn eine Vielzahl von Verkehrsverstößen vorliegt. So hatte das OLG Hamm bei damals insgesamt 7 Voreintragungen im Verkehrszentralregister ein Urteil eines Amtsgerichts gehalten, das bei 3 einschlägigen Handyverstößen ein Fahrverbot von einem Monat verhängt hatte. 

Es gibt also viele gute Gründe, insbesondere auch den der Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer, die Finger vom Handy zu lassen.