BAD URACH. Es ist vollbracht: »Das Nestle« in den Albthermen öffnete am Wochenende erstmals die Türen. Die lange Durststrecke ist somit vorüber und für Saunagänger gehört das bis dato beengte Blockhüttendasein endgültig der Vergangenheit an.

»Das Nestle«, so heimelig wie der Name klingt ist es auch. Erfunden ha t’s Innenarchitektin Petra Schätzler. Der Betreiber Kanton Spa zeigte sich begeistert, wohlwissend, dass es in einer Sauna auch manchmal sehr eng zugehen kann. Normalerweise finden hier 60 Personen Platz. »Wir gehen aber davon aus, dass sich da bis zu zwanzig Leute mehr reinquetschen«, sagt Andrea Bernadi. Manche Aufgüsse können »süchtig« machen und dementsprechend groß sei der Andrang, so die Geschäftsführerin. Um die Vielfalt der Aufgüsse zu demonstrieren, wurde eigens zur Eröffnung kein geringerer als der deutsche Saunameister Dominik Hepp verpflichtet. Der Profi verwöhnte die Gäste mit ganz speziellen Aufgüssen und weihte auch die Mitarbeiter in die Techniken ein – perfekte Aufgüsse wollen schließlich gelernt sein. 

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Doch nicht nur die Sauna ist top-modern: auch das Drumherum hat sich verändert. Natürlichkeit soll dominieren. Und die kommt beispielsweise in Form einer präparierten Mooswand daher. Oder im neuen Alb-Steig, der den Gast nach dem Aufguss wieder sanft auf Normal-Temperatur bringen wird. Und das ist auch nötig, denn schließlich wird’s im Inneren bis zu 90 Grad heiß. Die Stadt Bad Urach investiert 800 000 Euro in diesen Bauabschnitt. Im Juli ist die jährliche Revision. Danach ist für drei Wochen geschlossen. Für Thomas Jaschinski eine ganz normale Sache. Der städtische Gebäudemanager verweist auf die zeitaufwendigen weiteren Umbauten: Duschebereich, Fließen raus Estrich rein und vieles mehr. Vom Liegebereich ganz zu schweigen. Im Juni wird sich der Gemeinderat erneut mit dem Thema befassen.

Im kommenden Jahr soll jedenfalls die komplette Baumaßnahme abgeschlossen sein. Und alle am Bau beteiligten Menschen hoffen auf eine reibungslose Fortführung. Denn die eben abgeschlossene Baumaßnahme hatte nicht wirklich gut begonnen. Ein im Erdreich gelegener Kanal wies Löcher auf und musste erst einmal geflickt werden. Das brachte schon einmal eine Verzögerung von bis zu sechs Wochen mit sich. Dann entfielen auch noch die vom Land erhofften Zuschüsse und zwangen die Stadt tiefer ins Stadtsäckle zu greifen.
Bürgermeister Elmar Rebmann und Tourismuschef Torsten Clement sind dennoch stolz auf das Erreichte. »Bad Urach kann eben mehr als Wanderwege«, so der abschließende Tenor.