MÜNSINGEN. Der erste Schritt ist getan – die Schillerschule in Münsingen hat sich für die Endrunde aus 20 Kandidaten für den Schulpreis qualifiziert. Ob sie als Sieger in dem bundesweiten Wettbewerb mit rund 2 000 Bewerbern hervorgeht, zeigt sich im März, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel den mit 100 000 Euro dotierten Hauptpreis in Berlin überreicht. Eine Jury aus Praktikern im Schulwesen und Bildungswissenschaftlern überprüfen für die Initiatoren des Schulpreises Robert-Bosch-Stiftung und Heidehof-Stiftung und deren Kooperationspartner ARD und die ZEIT die Voraussetzungen. Fünf Vorjuroren waren vergangene Woche an der Schule mit seinen 270 Schülern und 28 Lehrern, um vor Ort den vorgegebenen Kriterien nachzugehen. Sechs entscheidende Qualitätsbereiche - »Leistung«, »Umgang mit Vielfalt«, »Verantwortung«, »Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner«, »Schule als lernende Institution« und »Unterrichtsqualität« - haben sie durchleuchtet.

»Was die Qualität des Unterrichts betrifft, hinterfragen wir, was macht den Unterricht wertvoll für Schüler, wie stellt er sich dar«, erläutert Jurymitglied Thomas Oertel und stellt fest: »Je weniger Unterricht, umso besser und mehr lernen die Schüler«. Wie schafft es die Schule, Schüler unter anderem mit unterschiedlicher Herkunft und Bildungschancen zu Leistung anzuregen? »Wir schillern bunt«, reagiert Schulleiterin Nicole Breitling die Vielfalt betreffend und ergänzt, dass es mit auf die Formulierung der Herausforderungen ankomme. Es gebe Kinder an diesem Lern- und Lebensort mit vielfältigen Begabungen und ebenso ein vielfältig zusammengesetztes Kollegium, neben Lehrern unter anderem mit Inklusionsassistenten, Sonderpädagogen und Schulsozialpädagogen. Was bei der Schülerschaft sehr willkommen sei, so Oertel. »Eh Alter, die Schule ist gut«, habe ein Schüler hinter seinem Rücken verlauten lassen. Eindeutig an ihn gerichtete Worte, die ihn schmunzeln ließen.

»Die Schüler identifizieren sich mit ihrer Schule und das zeigt, sie sind gerne hier«. Sie wüssten sich zu benehmen und suchten den Kontakt zu den Lehrern. Das ging auch in den einzelnen Gesprächsrunden mit Eltern, Lehrerkollegium und externen Partnern hervor. Denn nicht nur schulintern klappe der Umgang miteinander, auch die Kooperationspartner wie das Team vom Biosphärenreservat oder Betriebe und Dienstleister seien positiv angetan. Beispielsweise für sich und andere Verantwortung zu übernehmen, was sich im Ehrenamt beim Kümmern um ältere Menschen zeige. »Tu was für andere und lerne dabei«, so Oertel. Konrektor Marc Notter fügt hinzu, dass sich aktives Engagieren auf ein lernförderliches Klima auswirke. Für Breitling ist es wichtig, dass sie allein schon durch die Teilnahme an diesem Wettbewerb gewonnen haben. Selbst wenn sie nicht Hauptpreisgewinner oder unter den fünf Preisträgern der 20 000 Euro sind, so stehen den 15 nicht nominierten Schulen Anerkennungspreise zu. Das bedeute, dass sie vom Schulentwicklungsprogramm profitieren und zwei Jahre individuelle Prozessbegleitung erhalten sowie an Seminaren und Vernetzungsangeboten teilnehmen.                                                                                                                                                                                                                         –bim