TÜBINGEN. Seit Wochenbeginn läuft die Messe GaiExpo, die ab Donnerstag zugleich Festival ist und bis Sonntag 04. August auf dem Tübinger Festplatz besucht werden kann. Ein verlängerter Zeitrahmen für die Aussteller und ein umfassendes Kulturprogramm erweitern das bewährte Konzept.

Der Name GaiExpo für das Event wurde bereits vergangenes Jahr als Kürzel für „German African International Expo“ eingeführt. Die Messe soll eine Plattform für die wachsende Wirtschaft Afrikas bieten mit besonderem Schwerpunkt auf den Bereich Tourismus. Afrikanische Reiseunternehmen stellen ihre Dienstleistungen ebenso vor wie Travelanbieter aus Deutschland. Das Business-Forum bringt junge Start-Ups aus Afrika sowie Unternehmen in der Diaspora mit dem deutschen Mittelstand in Kontakt. Die ökonomischen Akteure sind es vor allem, die die Messe als einen Ort für Dialog und wirtschaftliche Kooperation auf Augenhöhe schätzen.

Kultur, Business und Soziales bilden das thematische Dreieck an das die einzelnen Programmpunkte anknüpfen. Als Länderschwerpunkt wurde Äthiopien gewählt, ein Land mit alter Geschichte und einer aktuell enormen wirtschaftlichen Entwicklung. Das Zugpferd des Festivals ist wie immer das Kulturprogramm: unter dem Titel „AFRIKART Tübingen Projekt 1.0“ zeigt eine Ausstellung Fotos, Kunst, Musikinstrumente und Mode aus dem ehemaligen deutschen Kolonialgebiet Kamerun. Während die Hofkunst des Kameruner Graslandes bei Kunstkennern in der ganzen Welt bekannt ist, ist die Alltagskunst praktisch übersehen worden. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit von mehr als 10 Künstlern, darunter der Performancekünstler Victor Mwamba. Workshops mit dem ghanaischen Ensemble ADESA oder Graffitis mit Alexandre Keto bieten die Möglichkeit, afrikanische Kultur persönlich zu erfahren und zu erleben – insbesondere für Kinder und Jugendliche. Bis einschließlich Mittwoch ist der Eintritt auf das Festivalgelände frei.

Ab Donnerstag, 01. August läuft das Musikprogramm mit je zwei Bands pro Abend: Mokoomba aus Simbabwe kommen auf die Bühne, Black Prophet mit der Vitamin X-Band sowie die Queen des Afro Groove, Manou Gallo. Bekannt von früheren Festivals ist die Ngoma Africa Band, neue Überraschungen bieten Nkwali mit Band und der Chor Indosakusa Shining Stars aus Simbabwe.

Die Pan-Africa Conference (PAC) bringt von Freitag bis Sonntag prominente Aktivisten für Afrika zusammen: der engagierte Jurist Prof. PLO Lumumba kommt zum ersten Mal nach Deutschland und hält am Samstag eine Keynote über die Berliner Konferenz 1884.

Nahezu selbstverständlich ist der afrikanische Markt mit Fashion, Kunsthandwerk und Schmuck. Zahlreiche Essensstände spiegeln die kulinarische Vielfalt der Regionen Afrikas wider und in einem äthiopischen Dorf wird frisch gerösteter Kaffee in traditioneller Zeremonie zusammen mit Weihrauch serviert. Vereine und Nichtregierungsorganisationen präsentieren sich. Zusammen mit den Kinder- und Familienangeboten ist für jeden und jede ein attraktives Sommerprogramm in der ersten Ferienwoche geboten.

Veranstalter ist die Firma German African Business Services (GABS) von Susan Tatah, die mittlerweile Erfahrung mit der Organisation von 13 Festivals gesammelt hat. Die Kontinuität dieses Engagements hat sogar Oberbürgermeister Boris Palmer dazu bewogen, das Festival als „eine hervorragende Gelegenheit, die Tradition und Gegenwart Afrikas kennenzulernen“ zu empfehlen. Laut dem Schreiben der Stadt sorgt es dafür, „dass Vorurteile abgebaut, die Toleranz gegenüber zugewanderten Menschen gestärkt und afrikanische Migrantinnen und Migranten besser in Tübingen und unsere Region integriert werden.“ GABS hat sich inzwischen als regionaler Ansprechpartner für Kontakte nach Afrika etabliert. Die Unternehmensberatung bietet für alle, die Geschäftsbeziehungen nach Afrika suchen, Trainings in interkultureller Kompetenz an.