HAYINGEN. 70 Jahre und kein bisschen träge – das Naturtheater Hayingen hat Großes vor. Beim Tag der offenen Tür am Samstag anlässlich des Jubiläums schwelgten die Verantwortlichen in Erinnerungen und machte neugierig auf die Zukunft. »Es soll ja weitergehen mit dem Naturtheater«, verspricht Silvie Marks, zusammen mit Johannes Schleker Autorin und Regisseurin hier. Sie ist auch Teil des künstlerischen Leitungsteams im Projekt »Gemeinsam in die Vielfalt wachsen«, das dieses Jahr gestartet ist. »Alles verändert sich im Laufe der fortwährenden Geschichte. Das einzig Beständige ist der Wandel«, resümiert sie. »Wandel ist die treibende Kraft, die uns weiterbringt, die uns tagtäglich neu zu dem macht, was wir sind«. Die finanzielle und inhaltliche Unterstützung der beiden Förderprogramme »Leader Mittlere Alb« und »Trafo – Modelle für Kultur im Wandel« ermöglichen es, einzelne Schritte in die Zukunft ganz bewusst zu tun. »Gemeinsam in die Vielfalt wachsen« bedeute, sich neu aufzustellen, sich zu vernetzen, sich zu öffnen für neue Menschen und neue Theaterformen. »Im Vordergrund steht immer die gemeinsame Sache und das Theater der Vielen«. Dieser Kernsatz begleitet das Naturtheater von Beginn an. Ein Gemeinderatsbeschluss nach Verleihung der Stadtrechte 1947 legte fest, dass „»jeden Sommer mit stattfindenden Heimatfestspielen die Jahrhunderte Tradition der Stadt Hayingen gefördert und befestigt wird«. 


»Zur Erfüllung dieser edlen und schönen Aufgabe« diene eine Talparzelle im Tiefental, unterrichtete Bürgermeister Kevin Dorner das Publikum. Naturtheater Hayingen, das sind 70 Jahre Tradition, Uraufführungsstoff, Spielfreude, Witz, Heimat und Mundart, aber auch Aufbruch, ein Umstrukturierungsprozess. Insgesamt mehr als 1,25 Millionen Zuschauer besuchten die Aufführungen von 73 Theaterstücken, führt Dorner weiter aus. 
Mit dem Stück »Die Orgelmacher« aus der Feder von Martin Schleker Senior begann das Naturtheater sein Spiel 1949. Weitere erfolgreiche Bühnenwerke waren 1962 »999 Gulden und ein Dieb«, 1986 »Rulamann« und 1971 »Martinimarkt«. 


Eva Schleker und Peter Edelburg führten durch den musikalischen Rückblick und mit Abschlusslied aus dem aktuellen Stücks »Der kleine Prinz«. Für Landrat Thoms Reumann ist das Naturtheater aus der Theaterkultur Reutlingen nicht mehr wegzudenken. Er hob dessen Engagement hervor und die 2016 ausgesprochene Aufnahme in die UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe als erstes Freilichttheater. Bezüglich des neuen Projekts ist er der Meinung, dass dieses sie »einmal mehr an die Spitze bringt, neue Wege zu entwickeln, Menschen zu begeistern und Kultur zu schaffen«. 
Roland Röller vom Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg drückte seine Wertschätzung an der Arbeit aller Beteiligten aus und ehrte Maria Herb für 30 Jahre und Gitta Schwörer für 25 Jahre Mitwirken. Zehn Jahre dabei sind Lisa Sulley und Dietmar Landenberger-Edelburg.      Gabi Bimek