REUTLINGEN. Zum Geburtstag eine Torte, so will es der Brauch. Und wenn’s ein »Runder« ist, dann wird noch eins drauf gelegt. Das Netzwerk Fortbildung feiert 50 Jahre und passend zum Jubiläum gibt es zwar keine Torte aber eine Jubiläumsausgabe. Und was für eine: 800 Kurse verteilt auf 44 Seiten. Die Broschüre »Fit durch Fortbildung« wurde an 180 000 Haushalte verteilt und liegt zudem in der Volkshochschule und verschiedenen Rathäusern aus. 

Wie wichtig Bildung respektive Weiterbildung ist erklärten Dr. Ulrich Bausch, Vorsitzender des Netzwerks für berufliche Fortbildung Landkreise Reutlingen/Tübingen e.V. und Geschäftsführer der Volkshochschule Reutlingen, Dr. Lisa Federle, Notärztin und Ärztliche Leiterin des DRK-Bezirk Tübingen und Kreisrätin sowie Petra Kriegeskorte, Leiterin des Netzwerk-Regionalbüros Neckar-Alb in einem Pressegespräch. »Keine Publikation mit so einer hohen Auflage und dem riesigen Umfang gibt es in der Region«, sagt Ulrich Bausch und fügt hinzu, dass sich das Kursangebot gegenüber 2017 um 29 Prozent gesteigert habe. Und das ist gut so, denn die Arbeitswelt verändert sich rasant - das einmal Gelernte veraltet schnell. Hinzu kommt der demografische Wandel, die zunehmende Digitalisierung und nicht zuletzt der Fachkräftemangel. Deshalb muss lebenslanges Lernen gefördert werden. Und das wird es auch. Unterstützt durch die landesweiten Fördertöpfe haben die führenden Bildungsanbieter im Raum Neckar-Alb ein riesiges Angebot in der neuen Jubiläumsbroschüre zusammengestellt, welches kaum Wünsche offen lässt. Vom Tageskurs bis hin zur mehrjährigen Fortbildung, vom E-Learning bis Handwerk: das Angebot ist vielfältig und umfangreich (siehe auch auf unsere Weiterbildungsseiten).

Dr. Lisa Federle ist zufrieden mit dem Erreichten. Sie selbst weiß nur zu gut wie wichtig es ist, derartig hervorragende Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung zu haben. Im Alter von neun Jahren stand ihr Entschluss fest, Ärztin zu werden. Doch wie das Leben so spielt, es kam alles ganz anders. Persönliche Schicksalsschläge machten diesen Wunsch viele Jahre lang erst einmal zunichte. Doch ihren Traum, anderen helfen zu wollen, gab sie nicht auf. Und so ging’s zum Abendgymnasium. Mit 30 hatte sie das Abitur in der Tasche - der Rest ist bekannt. Die Notärztin appelliert von daher an alle, die im Zweifel sind, sich schlau zu machen. »Die meisten wissen gar nicht, was es für Möglichkeiten gibt«. Junge Menschen sollten die Chance nutzen im Rahmen der Weiterbildung ihre Träume zu verwirklichen. »Egal aus welcher Schicht oder welchem Gebiet man kommt, lebenslanges Lernen macht vieles möglich.« Petra Kriegeskorte verweist auf die beinahe unzähligen Möglichkeiten. Die Leiterin des Netzwerk-Regionalbüros mit Sitz in Betzingen hat viel Herzblut in die Broschüre gesteckt. Dennoch sei die Wissenslücke in der Bevölkerung in Sachen Weiterbildung groß. Deshalb gebe es nicht nur ausführliche Beratung vor Ort oder beispielweise auf der BINEA, sondern auch per Chat. Die Homepage WWW.fortbildung-bw.de sei sehr user-freundlich aufgebaut. Die nächste öffentliche Veranstaltung ist am Dienstag, 19. Juni im Matthäus Alber Haus in der Lederstraße 81. »Berufswege 2018 – die Info-Messe rund um den Beruf« geht von 10 bis 16 Uhr und ist nicht nur für Menschen mit Migrationshintergrund gedacht. Am 24. Oktober gibt es in Tübingen das erste »Forum Fortbildung Baden-Württemberg«. 

Fazit: In Zeiten von Facebook, Twitter und Co, in Zeiten von »Alexas und Siris« und künstlicher Intelligenz: »Lernen ist ein sozialer Prozess und garantiert nicht ersetzbar«, so der gemeinsame Tenor.     –pi