Rückblick, Ausblick, Weitblick: das Reutlinger WOCHENBLATT feiert 50. Geburtstag. Am vergangenen Donnerstag lud das Anzeigenblatt Kunden, Verlegerkollegen und Mitarbeiter zu einem fröhlichen Abend in den Oertel & Spörer-Saal auf dem Gelände des GEA-Pressehauses.

Reden: Miteinander, voneinander. Der Geschäftsführer des WOCHENBLATTES, Albert Feix, GEA-Verleger und Geschäftsführer Valdo Lehari jr. sowie Dominik Kuhn alias Dodokay hielten die Festreden. GEA-Anzeigenleiter Stephan Körting führte launig locker durch den Abend.

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Fröhlich: Gut gelaunt stieg Valdo Lehari jr. aufs Podium. Plisch und Plum, Benno Ohnesorg, die erste Herz-Verpflanzung durch Christiaan Barnard oder die Geburt von Kulttrainer Jürgen Klopp: In dieser Zeit ist das Wochenblatt geboren worden. Lehari erinnerte an die guten alten Zeiten, die gar nicht immer so gut waren. Er plauderte fröhlich drauf los und erntete immer wieder Lacher. Beispiel gefällig? Ein Herr Bornhauser habe in der Altstadt Pornos produziert. »Da träumten sie in Reutlingen davon, Filmstadt zu werden«. 

Lehrstunde: Comedian Dominik Kuhn, besser bekannt als Dodokay, der mit schwäbisch-synchronisierten Hollywood-Filmen im Internet die reale Welt erobert hat, gab eine Lehrstunde in Sachen Soziale Medien. Asoziale Medien nennt er seinen Vortrag, Kommunikation 4.0 im Titel habe er gestrichen. Er förderte Erstaunliches zutage.
Bewegte Zeiten: Es ist vor 50 Jahren viel abgeschafft worden, was gut war, erinnerte sich der GEA-Verleger noch genau an alte Gebäude, die den Krieg überstanden hatten, aber nicht die Planungswut städtischer oder privater Bauherren. Reutlingen hatte mal eine Straßenbahn, mahnte Valdo Lehari jr. und blickte dabei Richtung Landrat Thomas Reumann, der sich für das WOCHENBLATT-Geburtstagsfest Zeit genommen hatte. 

Faktencheck: Der Geschäftsführer des Reutlinger Wochenblattes, Albert Feix, fütterte die Festgäste mit grundsätzlichen Daten über Anzeigenblätter. Die Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse, kurz AWA genannt, habe in der Erhebung 2016 wieder interessante Media-Daten für den Markt Deutschland ermittelt. Acht von zehn Menschen lesen Anzeigen- und Wochenblätter, 86,8 Prozent davon bevorzugen Gedrucktes. 88,2 Prozent ist ihre Region wichtig. 61,8 Prozent gehören der breiten Mittelschicht an. 73,8 Prozent verfügen über ein Haushalts-Netto-Einkommen von mehr als 1 750 Euro. 72,7 Prozent achten beim Einkaufen auf Sonderangebote.

Treue Seele: Hans-Dieter Bartsch genoss den Abend, das Essen und die Gespräche. Der Einzelhändler ist seit über 40 Jahren Kunde beim Reutlinger WOCHENBLATT mit seinem Gardinenladen in der Metzgerstraße. Er erinnert sich, wie er zum Wochenblatt gekommen ist. Die Zeitung hat mehr Haushalte abgedeckt als die Tageszeitung. Da kommen wir in Haushalte, die wir sonst nicht erreichen«. Aber auch das Konzept hat ihm gefallen mit spitzen redaktionellen Beiträgen, die polarisieren. »Willy Mexico hat da Leben reingebracht«.

Unterhaltung: Musik bei einem Festakt kann störend sein. Das Duo Constantin verstand es zu unterhalten, aber nicht aufdringlich zu sein. Nicht verwunderlich: Das Brüderpaar Matei (Keyboard) und Emanoil Constantin (Gitarre) waren musikalisch schon bei MTV unplugged unterwegs und bei Voice of Germany gaben die Brüder auch ein paar Akkorde zum Besten.

Kulinarium: Essen im Sitzen zerstört die Gesprächsatmosphäre. Fliegende Speisen sind daher angesagt. Uwe Förster kredenzte ein ganzes Sammelsurium davon - etwa gebeizte Lachsflädle, Tomaten-Cappuccino oder Schmorhuhn. Die fleißigen Servicekräfte brachten das »flying dinner« portionsgerecht an den stehenden Mann oder die stehende Frau – mit Stäbchen, Gäbelchen oder Löffelchen.

Ratschlag: Die Zeiten haben sich geändert, so Dodokay. »Das Handy ist aber nicht scheiße, wir müssen nur ein bisschen mehr darauf achten, was wir damit anfangen. Wir sollten nicht so viel öffentlich im Netz motzen, sondern ein bisschen mehr nachdenken«. Und ein bisschen mehr an die frische Luft gehen und richtige soziale Kontakte pflegen. Indem man mit seinen Mitmenschen von Angesicht zu Angesicht redet.     –diet