Reutlingen. Ein weiteres Fest gab es in unmittelbarer Nähe zur Metzgerstraße. Im Spitalhof feierte der Ambulante Hospizdienst sein 25-jähriges Bestehen. Und das war im vollbesetzten Saal bei Weitem keine trockene Angelegenheit, denn die Kabarettistin Dietlinde Elsässer hatte  mit ihrem Programm viele Schmunzler auf ihrer Seite, regte aber auch gleichzeitig zum Nachdenken an. In der Talkrunde mit Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, Landrat Thomas Reumann und Ministerialrat Walter Fessel kam  die Wichtigkeit des Vereins sehr deutlich zum Ausdruck. 

»Sterben, Tod und Trauer gehören zum Leben dazu«, sagte Ulrich Mack. Der Vereinsvorsitzende zeigte mittels Powerpoint-Präsentation den Werdegang auf. 1988 kam Pfarrer Dr. Ingo Sperl der Gedanke mit einer Sitzwachgruppe den Schwerstkranken beizustehen. Sukzessive entwickelte sich daraus der Ambulante Hospizdienst der seit 1994 agiert. Heute gibt es neben der Sterbebegleitung von Erwachsenen, auch die Trauerbegleitung und seit 2010 den Kinder- und Jugendhospizdienst. Silvia Ulbrich-Bierig, die mit ihren Kolleginnen viel Herzblut in die Vorbereitungen gesteckt hatte, sagte: »Es war eine schöne Feier. Der  Zuspruch, der uns seitens der Gäste entgegen gebracht wurde, tut gut«. Die Geschäftsführerin des Vereins ist seit zehn Jahren dabei und dankte vor allem den vielen Ehrenamtlichen für ihre Mithilfe. 

Ein Blick zurück zeigt eine erstaunliche Entwicklung: Waren im Gründungsjahr 30 Ehrenamtliche und eine Hauptamtliche tätig, so sind es heute über 120 Personen und sechs Hauptamtliche. Der rasante Anstieg ist einfach erklärt, sagt Ulbrich-Bierig: »Die Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Trauer ist eine unserer heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen. Mit Blick auf den demografischen Wandel ist es aber auch  immens wichtig, weiterhin Ehrenamtliche zu gewinnen. Denn nur in enger Zusammenarbeit mit ihnen, kann das medizinische Personal eine gute und verlässliche Hospiz- und Palliativversorgung in unserer Gesellschaft leisten«.             -pi