NEUHAUSEN. Das Grundstück in Neuhausen war bisher Stellplatz für Wohnwagen. Nun soll an der Ermsstraße relativ zügig ein Kinderhaus entstehen, in dem im Erdgeschoss fünf Gruppen untergebracht werden, im Stock darüber, der etwas zurückgesetzt ist, sollen 21 Wohnungen entstehen und eine Tiefgarage mit 30 Stellplätzen das Ganze abrunden. Auch vor der Tür sollen noch Parkplätze, beispielsweise für Eltern, die ihre Kinder bringen oder abholen. Die Planungen schreiten voran, der Zeitplan ist ambitioniert, denn schon ab September 2021 soll am Orteingang von Neuhausen Kinderlachen aufhorchen lassen.

Grund für die Eile ist die Tatsache, dass laut Kindergartenbedarfsplan bis in zwei Jahren rund 100 Plätze fehlen. Für die Realisierung des Kinderhauses mit darüber liegenden Wohnungen ist ein insgesamt wirtschaftlicher Lösungsansatz wichtige Voraussetzung. Die nicht einfache Kombination Kinderhaus, Wohnungen und Tiefgarage musste gemäß der Aufgabenstellung in der Orientierungsplanung durch ein schlüssiges und gestalterisch vernünftiges Konzept dargestellt werden. Fünf Metzinger Architekturbüros gaben ihre Entwürfe ab. Den Zuschlag erhielt das Büro Wezel in der Silcherstraße. Doch es handelt sich um einen so genannten Orientierungsplan. Dies bedeutet, dass in einem EU-weiten Bewerbungsverfahren ein Generalunternehmer gesucht wird, der zu einem Festpreis das Gebäude hinstellt. Das Gebäude enthält im Erdgeschoss Funktionen für Krippe und Kindergarten – jeder Bereich verfügt über zwei Räume. Beide Einheiten sind so angeordnet, dass sich eine gegenseitige Störung ausschließt, eine gezielte Kooperation aber möglich ist. Der Zugang ist zentral angeordnet. Beide Bereiche sind damit gut erschlossen. Bei Bedarf kann der Krippenbereich auch über den zweiten Zugang separat erreicht werden.

Personalräume: Diese sind nach der Planungsoptimierung nun in »ungestörter« Umgebung. Durch die innere Erschließung sind sie leicht erreichbar und die Kommunikation mit dem Betreuungsbereich im Notfall ist gewährleistet. Der Außenbereich ist in vollem Umfang zusammenhängend nutz- und überschaubar. Dabei ist eine Bereichstrennung Krippe/Kindergarten unproblematisch möglich. Jede Gruppe hat erhält eine eigene Möglichkeit zum direkten Gartenzugang. Bei entsprechender Witterungslage steht unabhängig je Bereich ein separater Ausgang zur Verfügung. Die Wohnungen im Obergeschoss entstehen in verschiedenen Größen, von der Zwei-, Drei- bis zur Vierzimmerwohnung. Ein guter Mix, wie die Verwaltung feststellt. Die Hälfte der Wohnungen sind barrierefrei ausgebildet, alle Wohnungen sind mittels Aufzug erreichbar. 85 Prozent der Wohnungen verfügen über einen Freisitz in Form einer Loggia oder eines Balkons. Die baurechtlich erforderlichen Nebenräume (Waschraum, Abstellräume etc.) befinden sich im Untergeschoss. Der Zugang erfolgt über ein separates Treppenhaus mit Aufzug.

Nicht bestreiten lässt sich, dass das neue Gebäude das Baufenster komplett ausfüllt und beeindruckende Dimensionen hat, wie der Ortschaftsrat feststellte. Die nächsten Schritt nachdem der Gemeinderat Ja zur Orientierungsplanung sagte, sind europaweite Bewerbungsverfahren ab Juni. Bereits im März nächsten Jahres soll die Baugenehmigung erteilt werden. Ab April 2020 könnte gebaut und das Kinderhaus sowie die Wohnungen im September 2021 bezogen werden.                                                                                                                                                                                                       –ber