METZINGEN. Mit der 19. Auflage der Azubi-Tags der Gewerblichen Schule Metzingen wird die Erfolgsgeschichte der Informationsveranstaltung fortgesetzt: 78 Firmen – 35 mehr als im Vorjahr – nehmen am Dienstag, 23. Oktober von 12 bis 17 Uhr daran teil, so viele wie noch nie seit der Premiere im Jahr 1999. Damals fand der Azubi-Tag noch in der Stadthalle statt, inzwischen informieren Unternehmen aus der Region Schüler und deren Eltern über Ausbildungsmöglichkeiten dort, wo berufliche und schulische Ausbildung zusammen laufen – in der Gewerblichen Schule selbst. Ein Alleinstellungsmerkmal wie sich Schulleitung, die Stadt und auch die Firmen als Veranstalter einig sind: Das ermöglicht den Besuchern einen Blick in die Werkstätten, die vier Abteilungen der Schule laden zudem zu Mitmachaktionen ein.

So könnten laut Walter Wilhelm von der Gewerblichen Schule Vorurteile gegen gewisse Berufe abgebaut werden, die Ausbildung zum Gebäudereinniger sei beispielsweise sehr anspruchsvoll. Und eines sei vielen Schulabsolventen wie auch deren Eltern kaum klar: Das Handwerk biete eine Vielzahl an Möglichkeiten: »Der Weg kann weit gehen«, macht Schulleiterin Susanne Lauffer-Dietborn deutlich. »Gute Leute haben immer Perspektiven.« Zum Azubi-Tag eingeladen wurden Schüler aller Schularten aus der Region, auch von Gymnasien. Denn, so Susanne Lauffer-Dietborn: Auch Abiturienten hätten im Handwerk gute Aussichten. »Viele wissen nicht, dass der Meister dem Bachelorabschluss gleichgesetzt ist«, erklärt sie. Ihr Motto, das sie auch den Jugendlichen vermitteln möchte lautet »Kein Abschluss ohne Anschluss.« Für die neue Schulleiterin ist der Azubi-Tag zwar eine Premiere, aber von dessen Erfolg ist sie überzeugt: »Wir bieten einen bunten Strauß unzähliger Möglichkeiten.« Das sieht auch Walter Wilhelm so: »Für jeden Schüler ist etwas dabei. Wir könnten eine Projektwoche daraus machen.«

Mit den Vertretern der Firmen reden, nachfragen und sich vielleicht sogar einen Praktikumsplatz sichern: Dieser direkte Kontakt sei, das unterstreicht auch Jochen Krohmer von der Stadtverwaltung wichtig -auch für die Firmen: »Wir haben hier in der Region quasi Vollbeschäftigung«, erklärt er. »Das Problem ist viel mehr, dass sie keine Auszubildenden und Fachkräfte finden.« Das bestätigt Thomas Fesseler, Personalleiter bei der Knecht Unternehmensgruppe, und spricht von großen Wissenslücken: »Das Handwerk bietet so viele Möglichkeiten, vakante Stellen sind da und Aufstieg ist möglich.« Es sei grundsätzlich wichtig, dass man sich über die Richtung klar werde – dazu besteht beim Azubi-Tag ausgiebig die Möglichkeit: Berufe aus der Gastronomie sind ebenso vertreten wie aus dem sozialen oder kaufmännischen Bereich, der Technik oder der Mode und vieles mehr.                                                                         –oec