ENGSTINGEN. Das ist ein ganz besonderes Datum: Ein 100-Jahr-Jubiläum eines Fasnetsverein findet sich in der Region nicht sehr häufig. Die Narrenzunft »Hurra de Ausre« Großengstingen begeht in diesem Jahr diesen besonderen Geburtstag und hat ganz bewusst den Festakt nicht in die fünfte Jahreszeit gelegt. Von Freitag, 28. Juni an heißt es mitten im Sommer: »Hurra de Ausre«. Drei Tage lang feiert die Narrenzunft sich und gemeinsam mit der Gemeinde dieses besondere Ereignis. Wir wollten noch ein bisschen mehr darüber wissen und haben bei Peter Brendle nachgefragt. Den Zunftmeister haben wir im Urlaub erreicht, aber auch dort hat er uns sehr gerne Auskunft über seinen Verein, der für ihn eine Lebensaufgabe geworden ist, gegeben.

Hallo Peter, warum ist die Fasnet in Engstingen so populär?

Peter Brendle: Weil es eine gewachsene Fasnet ist, verwurzelt durch den katholischen Glauben hier im Ort.

Das gibt es ja in anderen Gemeinden auch, was macht ihr anders, um sie über die vielen Jahre so populär am Leben zu halten?

Brendle: Wir haben eine sehr aktive Jugendarbeit, als Beispiel sind allein 70 Mädels in der Tanzgarde. Aber vor allem machen wir eine Fasnet für alle. Alle im Flegga sind eingebunden, da machen zwölf Vereine mit, ziehen an einem Strang. Die Fasnet ist hier nicht nur an einem Ort, sondern im ganza Flegga. Dadurch sind alle aktiv und schaffen über den Spaß hinaus noch ein einmaliges Gemeinschaftsgefühl. Und wir versuchen uns immer weiterzuentwickeln. 

Was heißt das?

Brendle: Seit acht Jahren feiern wir eine Fasnet ohne Branntwein und treten so auch dem Vorurteil entgegen, dass die Fasnet nur eine Sauferei ist. Wir feiern eine Fasnet ohne Exzesse, das ist lustig für jung und alt und kommt sehr gut an.

Blicken wir mal voraus: Wie sieht die Fasnet in hundert Jahren aus?

Brendle: (lacht) Ich hoffe, dass man in 100 Jahren die eigentlichen Wurzeln der Fasnet noch erkennt, also die Masken und wie die Fasnet an sich ablaufen soll. Die Fasnet ist ja Weltkulturerbe, aber sie muss sich auch weiterentwickeln. Jede Zeit ist anders.

Was schreibst Du dann Deinen Nach-Nachfolgern ins Stammbuch, die in hundert Jahren das 200-Jahr-Jubiläum feiern?

Brendle: (lacht) Sie sollen ein Fest für alle machen. Es soll ein Jubilaum für alle Einwohner von Engstingen werden. Jeder soll vorher sagen: Mensch da muss ich hin. Es ist sehr wichtig, die Menschen mitzunehmen. Die Vereinsmitglieder und -verantwortlichen sollen nicht abheben. Man muss einfach auf dem Boden bleiben. Fasnet ist für alle Menschen da.                                             Interview: Dieter Reisner

 

Programm

Freitag, 28. Juni:
Ab 20 Uhr: Pommfritz, Party mit der schwäbischen Kultband. Einlass: 19.30 Uhr.

Samstag, 29. Juni:
17 Uhr: Historischer Festzug, vom Festplatz zum Festplatz.
19 Uhr: Jubiläumsabend. Szenen aus 100 Jahren Fasnet, locker dargestellt mit Musik und Tanz. Lompa Kabell der Narrenzunft sowie Musikverein Großengstingen sorgen für musikalische Unterhaltung. Danach sorgt King Ralf mit Acoustic Rock für Stimmung. Der Eintritt ist frei.

Sonntag, 30 Juni:
10.30 Uhr: Frühschoppen. Den ganzen Tag Unterhaltung mit Gast-Kapellen. Bilder-Rückschau: 100 Jahre Fasnet.

Zentraler Ort: Festplatz am Automuseum Großengstingen.